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27.08.10 16:20 Alter: 8 Jahre
Von: dpa

Sensationsfund am Danewerk: Tor der Wikinger

Dannewerk - Ein «Sensationsfund» ist Archäologen nach eigenen Angaben in der Nähe der Wikingersiedlung Haithabu in Schleswig-Holstein geglückt: Im Danewerk, dem mittelalterlichen Verteidigungswall der Dänen gegen die Sachsen, entdeckten sie das Haupttor.


Das mittelalterliche «Tor nach Skandinavien»

Der Fund ist nach Ansicht der Forscher wie ein Sechser im Lotto.

Der Fund dieses sogenannten Wieglesdors («Weglaßtors») sei so etwas wie ein Sechser im Lotto gewesen, sagte der Leiter des Archäologischen Landesamts von Schleswig-Holstein, Claus von Carnap- Bornheim, am Freitag. Das mittelalterliche «Tor nach Skandinavien» war beim Abriss eines Cafés entdeckt worden, das vor die Reste des Verteidigungswalls gebaut worden war.

«Uns war klar, dass das Tor irgendwo existieren musste. Schließlich gab es ja einen Heer- und Handelsweg zwischen Skandinavien und dem Reich der Sachsen und Slawen», erläuterte Frank Zarp, Pressesprecher der Schleswig-Holsteinischen Landesmuseen, zu denen auch das Danewerk-Museum gehört.

Nach dem mit dänischer Hilfe finanzierten Abriss des Cafés im Jahr 2008 legten die Archäologen eine gut erhaltene, bis zu 3,50 Meter hohe Feldsteinmauer frei. In der Mauer: zwei steinerne Wangen und dazwischen ein sechs Meter breiter Durchlass, durch den der Ochsenweg führte - eine Art «Autobahn der Wikingerzeit». Die Grabung soll weiter gehen. Die Archäologen hoffen, in etwa 1,50 Metern Tiefe noch hölzerne Reste des eigentlichen Tors finden zu können.

Das Danewerk, das im Jahr 808 erstmals in den fränkischen Reichs- Annalen erwähnt wurde, diente als Festigung der Südgrenze des dänischen Reiches und gilt heute als größtes Bodendenkmal Nordeuropas. Noch im 19. Jahrhundert diente es bei militärischen Auseinandersetzungen zwischen Deutschland und Dänemark teilweise der Verteidigung.

©dpa


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