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29.08.10 16:06 Alter: 8 Jahre
Von: ALSH

Endlich entdeckt - das Tor nach Skandinavien


Der Schnitt durch den Hauptwall. Ausgrabung der "Torsituation" aus der Vogelperspektive am Danewerk Museum.  Quelle: copyrightALSH

Der Schnitt durch den Hauptwall. Ausgrabung der "Torsituation" aus der Vogelperspektive am Danewerk Museum. Quelle: copyrightALSH

Messungen am Danewerk  Quelle: copyrightALSH

Messungen am Danewerk Quelle: copyrightALSH

Am bedeutendsten Bodendenkmal Nordeuropas, dem Danewerk, ist dem Archäologischen Landesamt Schleswig-Holstein eine großartige Entdeckung gelungen. Bei Ausgrabungen an der annähernd 1300 Jahre alten Feldsteinmauer des Danewerks wurde ein bisher unbekannter Durchlass entdeckt. Hierbei könnte es sich um das lange gesuchte, erstmals im Jahr 808 in den fränkischen Reichsannalen genannte ?einzige Tor? handeln, durch das, wie es in der Schriftquelle heißt, ?Wagen und Reiter hinein und wieder hinaus kommen könnten?.

Der Fundort liegt in der Gemeinde Dannewerk an der Schnittstelle von Danewerk und Heer- bzw. Ochsenweg ? über viele Jahrhunderte die Hauptverkehrsader zwischen dem Kontinent und Skandinavien und sozusagen die A7 der Wikingerzeit. In dieser Schlüsselposition erlaubt das jetzt entdeckte Tor völlig neue Einsichten in die Geschichte der Schleswiger Landenge zwischen Dänischem Reich und Mitteleuropa!
Nachdem es im Jahr 2008 dem Sydslesvigsk Forening (SSF) gelungen war, das am Ort befindliche Café Truberg mit Mitteln des AP Møller-Fonds zu erwerben und mit Unterstützung der Eon Hanse abzureißen, wurden im Jahr 2009 durch das Archäologische Landesamt Schleswig-Holstein Voruntersuchungen an der dem dahinterliegenden und nun endlich erreichbaren Hauptwall durchgeführt.

Diese Ausgrabung ergab nicht nur eine überraschend gute Erhaltung der Feldsteinmauer des 8. Jahrhunderts, sondern ließ auch erstmals eine Unterbrechung der Mauer erkennen. Durch die im Juni 2010 begonnene Hauptuntersuchung konnten tatsächlich zwei Wangen eines etwa 6 Meter breiten Tordurchlasses in der Feldsteinmauer freigelegt werden. Zum jetzigen Zeitpunkt lässt die spätere Verfüllung dieses Durchlasses erkennen, dass dieser für mindestens 450 Jahre in Benutzung war und wahrscheinlich um 1200 aufgegeben wurde.
Die Fortsetzung der Arbeiten lässt weitere Details zur Gestaltung der Torsituation erhoffen!


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