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07.03.15 19:21 Alter: 4 Jahre

Das Danewerk - älter als gedacht

Seit 2013 wird die Ausgrabung am Danewerk von Archäologen des Archäologischen Landesamtes Schleswig-Holstein und dem Museum Sønderjylland - Arkæologi Haderslev durchgeführt. Dieses Jahr wurde die Ausgrabung durch den dänischen Fond A.P. Møller og hustru Chastine Mc-Kinney Møllers Fond til almene Formaal mit einer großzügigen Bewilligung finanziert. Die Untersuchungen, die in den Jahren 2010 und 2011 begonnen hatten, konnten so weitergeführt werden.


Panorama Ausgrabung Danewerk (Copyright: ALSH)

Panorama Ausgrabung Danewerk (Copyright: ALSH)

Es existieren vier, möglicherweise fünf Wallphasen. Der älteste ist ein Erdwall mit einem davor liegenden Wallgraben. Die Anlage ist nach Süden gewandt und kann bislang nicht datiert werden, ist aber älter als ca. 500 n. Chr. Der älteste Wall ist 1-2 mal erhöht worden. Jedoch ist ungewiss, ob dieser Wall eine Toröffnung respektiert hat. Der nächste Wall besteht aus einer Sodenmauer, die vor (d. h. südlich vor) dem ältesten Wall angelegt wurde und teilweise auf dessen Wallgraben gebaut wurde. Die Sodenmauer besteht aus sorgfältig abgestochenen Grasssoden bei denen es möglich war, organisches Material zu entnehmen, das mithilfe der C14-Methode in die Jahrzehnte um 500 n. Chr. datiert werden konnte. Die Sodenmauer respektiert die Öffnung im Wall und das bedeutet, dass das ”Tor” mit Sicherheit seit spätestens 500 n. Chr. existierte! Erstmals kann deshalb belegt werden, dass die spätere Südgrenze Dänemarks in der Zeit vor 500 n. Chr. errichtet wurde!

Feldsteinmauer und Waldemarsmauer

Im 8. Jh. wird die sogenannte Feldsteinmauer gebaut. Es handelt sich um eine 3 m hohe und ebenso breite Kastenmauer mit aufgemauerter Front und Rückseite und verfülltem Inneren, die teilweise in die Südseite/Front der Sodenmauer hineingebaut wurde. Auch diese Mauer hatte Bezug auf das Tor. Das Tor und der Weg hindurch werden erstmals in den Fränkischen Reichsannalen von 808 erwähnt. Hier heißt es, dass König Göttrik die slawische Stadt Reric (Gross Strömkendorf bei Wismar) eroberte und die Kaufleute von dort in seine eigene Stadt Haithabu übersiedelte. Außerdem baute er einen Wall zum Schutz seines Reiches. In diesem Wall befand sich ein einziges Tor, durch das Wagen und Reiter reisen konnten.

Der letzte Wall, der errichtet wird, ist die 4,5 km lange Waldemarsmauer, die von König Waldemar dem Großen in der zweiten Hälfte des 12. Jh. gebaut wird. Sie besteht aus Ziegelsteinen und ist das älteste Ziegelbauwerk der Region. Beim Bau der Waldemarsmauer wurde das Tor mit Erde und Ziegelbruch von nicht verwendeten Steinen der Waldemarsmauer verfüllt. Im Torbereich wurde ein Weg mit Wagenspuren angetroffen, ebenso fand sich ein Graben, der das Wasser vom tiefer gelegenen Tor weggeleitet hat. Der Torbereich ist in Verbindung mit der Verfüllung des Tors um 1200 abgegraben und zum Teil zerstört worden.

Die virtuelle Tour von der Grabung 2013 ist nun online verfügbar -> Link

 

 


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